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Institut für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software

Bereits 2.000 Projekte haben auf GPLv3 umgestellt

Von Dr. Axel Metzger
 
Wie der Open Source-Dienstleister Palamida meldet, wird diese Woche die Schwelle von 2.000 freien Softwareprojekten überschritten, die ihre Programme nach den Bedingungen der GPL Version 3 verbreiten. Unter den Projekten sind auch so zentrale Entwicklungsprojekte wie Samba, die verschiedenen GNU-Projekte sowie erste Komponenten von KDE, Gnome und MySQL. Stellt man dieser Zahl die von Palamida für die „GPL Version 2 or later“ identifizierten ca. 6.500 Projekte gegenüber, so wird die mittlerweile beachtliche Akzeptanz der neuen Lizenzversion erkennbar. Weite Teile des Linux-Kernels sind dagegen nach wie vor allein nach den Bedingungen der GPL Version 2 verfügbar.

Hintergrund:

Die GPL Version 3 wurde im Juni 2007 nach gut eineinhalb Jahren Diskussion von der Free Software Foundation veröffentlicht. Schon während des Revisionsprozesses zeichnete sich ab, dass nicht mit einer sofortigen Übernahme der Lizenz durch alle GPL-Projekte zu rechnen ist. Gerade seitens der Kernel-Entwickler um Linus Torvalds wurde seit den ersten Entwürfen erhebliche Kritik an den Änderungen der Lizenz geübt. Deswegen war mit Spannung erwartet worden, in welchem Umfang sich die breite Masse der sonstigen großen und kleinen Projekte von den Stärken der neuen Lizenzversion überzeugen lassen würde. Der bisherige Stand der Konversion auf die neuen Lizenzbestimmmungen darf als Erfolg der Free Software Foundation und der Autoren der GPLv3 gewertet werden.
Natürlich dürfen nicht nur diejenigen Programme nach den Bestimmungen der GPL Version 3 benutzt werden, die ausdrücklich dieser Lizenzversion unterstellt sind. Vielmehr kann man sich die neuen Bedingungen auch dann zu Nutze machen, wenn das fragliche Programm nach den Bedingungen der GPL Version 2 mit dem Vermerk „or any later version“ verbreitet wird. In diesem Fall besteht ein Wahlrecht für den Nutzer, welche Lizenzbedingungen er zur Grundlage seiner Nutzung machen möchte. Dies gilt jedoch nicht für wichtige Teile des Linux-Kernels. Diese sind ausschließlich der GPL Version 2 und nicht auch künftigen Versionen unterstellt. Glaubt man den letzten Äußerungen Linus Torvalds', so wird es hierbei in absehbarer Zukunft auch bleiben.