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Institut für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software

Französische Gendarmerie spart durch Umstellung auf Open Source Software

von Dipl.-Jur. Dennis Jansen, LL.M. (Berkeley)

Durch die Nutzung von Open Source Software (OSS) für die Desktop-Oberfläche hat die französische Gendarmerie ihre gesamten IT-Managementkosten um 40 % reduziert. Davon entfallen 2 Millionen Euro jährlich auf Lizenzkosten. Die reduzierten Lizenzkosten seien nur der geringste Teil der Kosteneinsparungen, so Bürgermeister Stéphane Dumond. Viel wichtiger sei, dass die Anzahl der nötigen örtlichen Wartungseingriffe stark reduziert werden konnte.

Die 2011 begonnene Umstellung von 72.000 Desktops von Windows XP auf Ubuntu Linux LTS ("Gendbuntu") ist bereits zu über 50% abgeschlossen. Sie begann 2004 mit der bereits abgeschlossenen Umstellung auf Open Office bei 90.000 Desktops. Die ursprüngliche Motivation war, dass durch das Support-Ende von Windows XP in 2014 eine Umstellung auf eine spätere Windows-Version ohnehin erforderlich war und damit erheblicher Aufwand für Schulungen entstanden wäre.

Die Darstellung der Kosteneinsparungen steht im Kontrast zu vergangenen Studien, dass zwar Lizenzkosten gesenkt würden, dies jedoch durch einen höheren Wartungs- und Schulungsaufwand mehr als kompensiert würde. Ein wichtige Grund für den anderen Ausgang in diesem Fall könnte sein, dass sich die Benutzeroberfläche der Betriebssysteme von Microsoft seit Windows XP stark verändert hat. Ein wichtiger Faktor könnte aber auch die Einführung von sog "Long Term Support" (LTS) Varianten von Ubuntu sein. Hierbei wird die Software über einen längeren Zeitraum mit Sicherheitsaktualisierungen versorgt. Bestätigt wird die Darstellung der Gendarmerie von der vergleichbaren Umstellung der Stadt München. Bereits 2008 hatte die Stadt München damit begonnen, ihre Desktops auf Linux umzustellen und dadurch erzielte Kosteneinsparungen von über 10 Millionen Euro bei geplanter Umstellung von 15.000 Desktops verkündet. Vergleichbare Projekte gab es laut Wikipedia in Wien, Solothurn, Amsterdam und Zaragoza.

Die Umstellungen sind ein positives Zeichen für die Fähigkeit der eingesetzten OSS-Lösungen, proprietäre Lösungen im Praxiseinsatz zu ersetzen. Kommt Linux nun letztendlich über Regierungsrechner auf den Desktop?

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