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Institut für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software

Neue Zeitschrift für Freie und Open Source Software

Von Benjamin Roger
 
Mit der International Free and Open Source Software Law Review (IFOSS L. Rev.) ist eine neue Online-Publikation ins Leben gerufen worden, die sich als erste Fachzeitschrift zu dem Thema versteht. Eine maßgebliche Rolle spielen dabei das European Legal Network und die Free Software Foundation Europe (FSFE).

Hintergrund:

Im Editorial zur ersten Ausgabe betont das Herausgeberkommitee, dass die IFOSS L. Rev. die erste Publikation sein soll, welche die Rechtsprobleme Freier Software konsequent entsprechend den "höchsten Standards akademischer Untersuchung" behandelt. Dabei soll, wie üblich, ein Peer-review-Verfahren zur Anwendung kommen. Die Zeitschrift wird zweimal jährlich erscheinen, naheliegenderweise unter der Open-Content-Lizenz (creative commons Namensnennung - Keine Bearbeitung, allerdings in der alten Lizenzversion 2.0; zur Version 3.0 und ihren Vorteilen vgl. die Nachrichten der Woche vom 26.2.2007 und 28.7.2008).

Die IFOSS L. Rev. will sich ausdrücklich nicht den "philosophischen" Diskussionen um Freie Software widmen, sondern nüchterne Analysen - aber auch "vielversprechende neue Ansätze" - zu einem Phänomen bieten, das längst im Softwaremarkt und im produktiven Alltag angekommen ist. Dementsprechend behandelt die erste Ausgabe ein weites Spektrum praktischer Rechtsfragen. Allein zwei Beiträge widmen sich dem viel beachteten Fall Jacobsen v. Katzer (dazu die Nachricht der Woche vom 18.8.2008). Daneben stellen Coughlan/Katz die "Risk grid" vor, ein Werkzeug um mögliche rechtliche Probleme beim Einsatz Freier Software zu erfassen und zu vermeiden. Copenhaver legt dar, dass die rechtliche Einfassung Freier Software einer ähnlichen Zusammenarbeit unter Anwälten bedürfe, wie sie unter Programmierern für die Entwicklung dieser Software charakteristisch ist; sie benennt aber auch Gründe, warum eine solche Kollaboration problematisch und bisher unterentwickelt sei. Weitere Beiträge widmen sich unter anderem dem Peer-review zweifelhafter Software-Patente und den rechtlichen Problemen, mit denen sich Softwareentwickler konfrontiert sehen.