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Institut für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software

Europäische Union

Europäische Kommission treibt Bücherdigitalisierung in Europa voran

Von: Dr. Julia Küng
Die Europäische Kommission reagiert nun auf ihre Weise auf den „Google Books“-Rechtsstreit in den USA: In der von den Kommissionsmitgliedern McCreevy und Reding verfassten „Mitteilung über Urheberrechte in der wissensbestimmten Wirtschaft“ (vgl Pressemitteilung) teilt die Kommission mit, dass Europa mit seinem reichen kulturellen Erbe selbst derart viel Potential für Bücherdigitalisierungen habe, dass es die diesbezügliche Führungsrolle nicht den USA überlassen solle. Die jüngsten Anhörungen der Kommission hätten gezeigt, dass die Genehmigung der „Google Books“-Einigung dazu führen würde, dass die unzähligen von Google digitalisierten Werke zwar in den USA für Forscher und Konsumenten zugänglich wären, nicht aber in Europa. Es sei daher ein dringendes Anliegen der Kommission, den Menschen in Europa Zugang zu ihrem eigenen kulturellen Erbe zu verschaffen, jedoch auch europäische Autoren fair zu bezahlen.

Ein besonderes Anliegen ist es der Kommission, eine Lösung für die sogenannten „verwaisten“ Werke zu finden. Verwaiste Werke sind Bücher, deren Rechteinhaber nicht ausfindig gemacht werden können und deren Zustimmung zur (auch digitalen) Verwertung daher nicht eingeholt werden kann. Diese verwaisten Werke bilden einen wesentlichen Bestandteil Europäischer Kulturinstitutionen – die British Library etwa geht davon aus, dass 40% der von ihr geführten Werke zu dieser Gruppe zählen. Das Ziel der Kommission ist es, eine EU-weite Lösung zur Vereinfachung der digitalen Verwendung verwaister Werke zu erarbeiten.

Ein weiterer Schwerpunkt des Vorhabens der Kommission liegt in der Verbesserung des Informationszugangs für behinderte, insbesondere sehbehinderte Menschen. Nach Angabe der Kommission liegen nur 5 % der europäischen Veröffentlichungen in Formaten vor, die für sehbehinderte Menschen geeignet sind. Dieses Problem soll unter anderem dadurch etwas entschärft werden, dass Maßnahmen gesetzt werden, die den grenzüberschreitenden Handel mit geeigneten Werken fördern, um die Anzahl der verfügbaren Werke zu erhöhen. » Weiter

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