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Institute for Legal Questions on Free and Open Source Software

Freie Software im öffentlichen Sektor auf dem Vormarsch

Von Till Kreutzer
 
Staatliche Stellen setzen immer häufiger auf Open Source Software. Behörden, Länder, sogar ganze Staaten stellen ihre Datenverarbeitung auf Linux, Open Office und Co. um oder starten Programme, um Möglichkeiten und Vorteile derartiger Migrationen zu evaluieren. In einem am 17.06.2004 veröffentlichten Strategiepapier hat das Land Brandenburg verkündet, in Zukunft proprietäre und Freie Software gleichberechtigt behandeln zu wollen. Hierin sieht die Landesregierung "einen neuen zielführenden Ansatz, Lizenz- und Betriebskosten zu senken, den Wettbewerb zu beleben und bestende Abhängigkeiten zurückzuführen" (S. 19).Auch Frankreich will nach einer Mitteilung von Heise online auf rund einer Million staatlicher Rechner zukünftig Open Source Software einsetzen. In München wurde das Projekt LiMux, im Rahmen dessen sämtliche Computer der Stadtverwaltung auf Linux umgestellt werden sollen, am 16.06.2004 vom Stadtrat abgesegnet. Laut einer Pressemitteilung beginnt nunmehr die Projektphase "Migration". In deren Rahmen soll eine "sanfte" Umstellung der Computerlandschaft in der bayrischen Landeshauptstadt auf Open Source Software innerhalb von fünf Jahren vollzogen werden. Hierbei soll auch externe Expertise eingeholt werden. Erste Ausschreibungen werden laut Pressemitteilung momentan vorbereitet.

Hintergrund:

Eine starke Tendenz zum Einsatz von Freier Software in staatlichen Stellen zeigt sich bereits seit längerem. Nachdem zunächst in erster Linie Entwicklungsländer wie Brasilien oder Vietnam - vorwiegend aus Kostengründen - Programme zum großflächigen Einsatz von Freier Software aufgelegt hatten, setzt sich die Erkenntnis über die Vorzüge nicht-proprietärer Computerprogramme mehr und mehr auch in den Industrienationen durch. So arbeiten z.B. Japan und Südkorea gemeinsam mit China an einem Programm zum Einsatz von Open Source Lösungen.Die Welten scheinen sich auf diesem Gebiet anzunähern. Auch die Industrienationen drängen zunehmend auf Kostenersparnis im IT-Bereich. Produkte, deren Erwerb und Betrieb günstiger, die eine Abhängigkeit von Monopolen vermeiden und die auch noch erhöhte Sicherheit gegen Computerattacken versprechen, scheinen die Entscheidungsträger unabhängig vom Wohlstand des durch sie vertretenen Landes mehr und mehr zu überzeugen.