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Institut für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software

Was ist die GPL?

Die GNU General Public License (GPL) ist die bekannteste Lizenz für »Freie Software«. Sie wurde in der Version 1 im Jahr 1989 erstmals verwendet. 1991 erschien die zweite Version der GPL (GPLv2 → die GNU General Public License, Version 2) und 2007 die neue Version 3 (GPLv3 → die GNU General Public License, Version 3). Die GPLv2 ist im Wesentlichen das Werk von Richard Stallman, dem Gründer des GNU-Projekts. Unter der GPLv2 stehen unter anderem weite Teile des Linux-Kernels sowie zahlreiche andere erfolgreiche Open Source-Programme.
 
Mit der GPL werden dem jeweiligen Lizenznehmer weitreichende Rechte für die Nutzung der Software eingeräumt: Computerprogramme genießen, wenn sie nicht vollkommen banal sind (»Hello World«), urheberrechtlichen Schutz. Sie dürfen deswegen grundsätzlich nur von demjenigen genutzt werden, dem es der Rechtsinhaber gestattet hat. Dabei hat es der Rechtsinhaber zugleich in der Hand, den Umfang der gestatteten Nutzung zu bestimmen. Bei der GPL nutzt der Rechtsinhaber diese Befugnisse in der Weise, dass er jedermann lizenzgebührenfrei gestattet, die Software zu vervielfältigen, zu verbreiten, öffentlich zugänglich zu machen und darüber hinaus auch beliebig zu verändern.
 
Damit diese »Veränderungsfreiheit« wirksam genutzt werden kann, legt der Lizenzgeber zugleich den Quellcode der Software offen. Allerdings enthält die GPL nicht nur Rechte. Sie stellt zugleich bestimmte Verpflichtungen auf (→ Welche Pflichten bestehen bei der Verbreitung von unter der GPLv2 lizenzierter Software?). Diese hat der Lizenznehmer zu berücksichtigen, wenn er von seinen Rechten Gebrauch machen möchte. Die in der Praxis wichtigste Verpflichtung stellt das so genannte »Copyleft« dar. Dabei handelt es sich um eine Klausel, die jeden, der veränderte Versionen der Software herstellt und diese vertreibt, dazu verpflichtet, die veränderten Versionen wiederum unter die GPL zu stellen und auch den Quellcode der modifizierten Version offen zu legen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass jede vom Original abgeleitete Version der Software, die sich im Umlauf befindet, unter der GPL steht und ihr Quellcode offen liegt.
 
Die GPL ist untrennbar mit der Free Software Foundation (FSF) verbunden. Die FSF wurde 1985 als organisatorische und politische Basis zur Unterstützung des freien Software Modells gegründet. Sie hat das alleinige Recht, neue Versionen der GPL herauszugeben. Zudem stellt sie umfangreiche Informationen zur GPL zur Verfügung (http://www.fsf.org).
 

Hinweis
Diese FAQ basiert auf den FAQs des vom ifrOSS herausgegebenen Kommentars „Die GPL kommentiert und erklärt“, der im Verlag O'Reilly erschienen ist.
 
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