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Institut für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software

Berlin 4 Open Access

Von Dr. Carsten Schulz
 
In der vergangenen Woche fand in Berlin erneut eine internationale Konferenz zum Thema Open Access statt (Berlin 4 Open Access). Es handelte sich um die mittlerweile dritte Folgekonferenz zur Umsetzung der Berlin Declaration.

Hintergrund:

Die Berlin Declaration stellt eine der zentralen Initiativen zur Förderung von freiem Zugang zu wissenschaftlichen Inhalten und kulturellem Erbe dar ("Open Access"). Wesentlicher Kern von Open Access ist dabei das Ziel, wissenschaftliche Fachveröffentlichungen kostenfrei für jedermann in Online-Archiven zugänglich zu machen, aber auch sonstige Forschungsergebnisse, Bilder, Graphiken und Texte. Die "Berlin Declaration" stellt insoweit zwei Voraussetzungen auf: Die erste betrifft lizenzrechtliche Vorgaben, wonach der Urheber oder Rechteinhaber ein kostenfreies und weltweites "Zugangsrecht" an jedermann gewähren muss sowie die Einräumung eines Nutzungsrechts zur Vervielfältigung, Verbreitung, und öffentlichen Zugänglichmachung des Werkes in digitaler Form, das zudem verändert und in veränderter Form verbreitet werden darf. Daneben ist die Urheberschaft anzuerkennen, und ein Ausdruck des Werkes zu privaten Zwecken muss zulässig sein. Die zweite Voraussetzung sieht vor, dass zumindest eine vollständige Version des Werkes zusammen mit einer Lizenz (nach den Vorgaben der ersten Voraussetzung) in einem elektronischen Standardformat zur Langzeitarchivierung in einem Online-Archiv abgelegt wird, das geeigneten technischen Standards genügt.

Die jetzige Folgekonferenz stand unter dem programmatischen Satz "From Promise to Practice". Die thematische Gestaltung zeigte dabei, dass die Herausforderungen an eine Umsetzung sehr vielfältig sein können. So stellt sich im Bereich der Qualitätssicherung etwa die Frage nach der Sicherstellung geeigneter Peer-Review-Verfahren vor Veröffentlichung der einzelnen Beiträge. Noch sehr viel grundsätzlicher sind etwa Fragen nach der Einführung von Open Access Policies bei öffentlichen Trägern und Universitäten; soll die Entwicklung eher von unten kommen oder entsprechende Policies zentral und bindend entwickelt werden?